Neptun – Akzeptieren lernen oder warum brauchen wir Alkohohl?
Die meisten meiner Klienten sind der Ansicht, dass das Leben in eine unmögliche, furchtbare Richtung abtriftet, sollten sie aufhören, alles im Griff zu haben. Sie glauben, den Weg, den das Leben ihnen bietet und sogar den Weg den sie gehen beeinflussen zu können, indem sie auf die eine oder andere Art reagieren.
Wenn ich sie frage, was passieren würde, wenn sie die Hände in den Schoß legen und abwarten, ernte ich entrüstete Blicke. Es scheint alles schief zu laufen, wenn nicht irgendjemand etwas tut.
In mir entsteht dann meist das Bild eines Bootes auf einem Fluß. Meine Klienten sitzen in dem Boot und versuchen verzweifelt gegen den Strom und gegen den Wind zu rudern, doch das Boot driftet immer mehr vom Ufer ab. Mit aller Kraft schaffen sie es doch, das Boot zumindest in der Nähe des Ufers zu halten. Wir kennen nur dieses Ufer, wir wissen, wo wir an Land gehen könne, was uns erwartet. Alle anderen Ufer sind noch nicht in Sichtweite. Alles andere ist uns unbekannt und macht uns Angst.
Mit meiner Aussage, die Hände in den Schoß zu legen und abzuwarten, was passiert, verlange ich von ihnen nicht mehr zu Rudern. Ich verlange, zuzusehen, wie das Boot in eine unbekannte Richtung schwimmt und das ohne Beeinflussung.
Das Boot einfach treiben zu lassen, einfach mal schauen, wo die Reise hingeht ist meist extrem beängstigend. Was, wenn wir zu unserem altbekannten Ufer nie wieder zurückfinden? Was, wenn wir an neuen Ufern schlimme Dinge erleben?
Ich sage dann meist: “Was wenn es uns dort besser geht? Wenn es dort schöner ist?”
Wir würden etwas verändern und Leben bedeutet nun mal stätige Veränderung. Unser Boot würde in einer Richtung treiben, die das Leben für uns vorgesehen hat. Wir würden akzeptieren ohne dagegen anzukämpfen und vielleicht bekommen wir sogar Rückenwind!
Wenn wir zuwenig Vertrauen auf Gott, in das Universum oder in das Leben haben fällt es uns sehr schwer, das Boot einfach treiben zu lassen. Wir können die Kraft Neptuns nicht annehmen, denn eine eigenart des Neptuns ist es, uns dich Sicht zu vernebeln. Neptun verlangt blindes Vertrauen.
Fällt uns dies sehr schwer, greifen wir gerne zu dem einen oder anderen Gläschen Alkohol. Wir versetzen uns mehr oder weniger in einen neptunischen Zustand. Unter Alkohohleinfluß können wir nicht mehr so gut rudern, wir lähmen uns selbst. Wir vernebeln uns den Geist um nicht alle unsere Handlungen bewußt auszuführen. Wir schreiten in die Welt des Unterbewußtseins – dort wo das gesamte Wissen zu Hause ist. Im Rauschzustand sind wir nicht mehr fähig, bewußte Entscheidungen zu treffen, wir verlassen das sichere Ufer und lassen unser Boot einfach treiben. Wir sind nicht mehr fähig, in eine bestimmte Richtung zu rudern. Es bleibt uns nichts anderes über, als uns auf das Leben, das Universum oder auf Gott zu verlassen.
Ein Schiff ist im Hafen sicher – dafür wurde es aber nicht gebaut!
Ich kann nur sagen – wir sind auch nicht gebaut, immer dasselbe zu erleben und nicht vom Fleck zu kommen. Wir sind auf dieser Erde um uns zu entwickeln, dazu müssen wir uns verändern und zwar immer wieder. Wir müssen unseren Hafen verlassen und zu neuen Ufern aufbrechen – am leichtesten geht das natürlich, wenn wir mit dem Strom und mit dem Wind segeln!