Der beinlose Fuchs und der Tiger

Vor langer Zeit, da sah ein Mann im Wald einen Fuchs, der alle vier Beine verloren hatte. Und er wunderte sich, dass das Tier, dass keine Beute mehr jagen konnte, noch lebte. Doch dann erblickte er einen Tiger, der Wild gerissen hatte. Nachdem er sich sattgefressen hatte, überließ er den Rest seiner Beute dem beinlosen Fuchs.
Andernstags ernährte Gott den Fuchs abermals mit Hilfe des Tigers. Der Mann war erstaunt über die Güte und Sorge Gottes gegenüber dem beinlosen Fuchs.

Später traf der Mann auf der Straße ein kleines frierendes Mädchen. Sie zitterte in ihrem dünnen Kleid und hatte schon lange nichts mehr zu essen bekommen. Da wurde er zornig und beklagte sich bei Gott: “Wie kannst du das zulassen? Den Fuchs erhältst du am Leben, aber dieses kleine Mädchen lässt du hungern und frieren. Warum tust du nichts dagegen?” Eine Weile sagte Gott nichts. Doch in der Nacht antwortete Gott dem Mann: “Ich habe etwas dagegen unternommen, ich habe dich geschaffen.!”
(aus Arabien)

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Achtsamkeitsübung

Achsamkeit bedeutet, im Hier und Jetzt zu leben. Es bedeutet aber auch, beobachten, wertfrei, sich auf die momentan empfundenen Gefühle einzulassen, sie zuzulassen, sie zu spüren, was nicht immer leicht ist, dies aber mit dem nötigen Abstand. Es wird nicht bewertet, verglichen, wir schauen nicht in die Vergangenheit und wir machen uns keinen Kopf über die Zukunft.

Das wollen wir nun mit einer kleinen Achtsamkeitsübung ausprobieren. Die erste Achtsamkeitsübung beschäftigt sich mit dem Atmen. Viele Meditationen beschäftigen sich mit dem Atmen. Diese Übung kann überall und zu jederzeit gemacht werden und ist so ein willkommener Pausenfüller.

Setzen oder legen Sie sich halbwegs gemütlich an einen Ort, an dem sie für ca. 5 – 10 Minuten ungestört sind.

Schließe die Augen und verfolgen den natürlichen Rhythmus deines Atems. Suche dabei einen bestimmten Bereich deines  Körpers, wo der Atem für dich am besten fühlbar ist. Dies könnte z.B. die Innenseite der Nasenflügel sein, wo die Luft in den Körper ein- und wieder ausströmt. Oder du richtest deine Aufmerksamkeit auf die Bauchdecke und spürst nach, wie der Bauch sich im Atemrhythmus hebt und senkt. Versuche dabei, den Atem nicht zu verändern. Lass es einfach geschehen, ohne den Atem zu verlängern, zu verkürzen oder zu vertiefen.

Wenn du merkst, daß dein Verstand abwandert oder du anderweitig abgelenkt wirst, kehre einfach ganz sanft wieder zur Konzentration auf den Atem zurück. Dies ist der entscheidende Teil der Übung. Ärgere dich nicht über deinen Verstand oder bewerte die Gedanken, die aufkommen.

Versucheauch, dich nicht von den Gedanken verwickeln zu lassen, sondern kehre einfach immer wieder ganz ruhig auf deinen Atem zurück. Hiermit stärkst du deine Fähigkeit, dich von deinen Gedanken zu distanzieren. Dies wird dir in vielen stressvollen Situationen des Alltags helfen.

Nach etwa 10 Minuten (kürzer oder länger ist natürlich kein Problem) öffne sanft die Augen, atme tief durch und versuche die Erfahrung des reinen Beobachtens (ohne Bewertung und Verwicklung) mit in den Alltag aufzunehmen.

Gutes Gelingen!

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Ich danke allen und wünsche ein gutes Neues Jahr!

Andrea Kusajda/pixelio.de

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben;
sie haben meine Fantasie beflügelt.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten;
sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.
Ich danke allen, die mich belogen haben;
sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben;
sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben;
sie haben meinen Mut geweckt.
Ich danke allen, die mich verlassen haben;
sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben;
sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die mich verletzt haben;
sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben;
sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.
Vor allem aber danke ich allen,
die mich lieben, so wie ich bin;
sie geben mir die Kraft zum Leben.

~Paulo Coelho~

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Tage wie diese – die Mauer

An Tagen wie diesen habe ich das Gefühl, es geht einfach nichts so, wie ich mir das wünsche. An Tagen wie diesen habe ich das Gefühl, ich stagniere, ich sitze fest oder ich dreh mich im Kreis. Warum lerne ich nichts dazu? Warum bekomm ich immer dieselben Situationen geliefert? Wie kann ich mich endlich ent-wickeln?

An diesen Punkt in seinem Leben kommen alle einmal. Wir sind frustriert, fragen uns, warum wir eigentlich nur mehr Hürden sehen und keinen Weg mehr.  Was hilft es da, wenn wir unser Horoskop kennen, unsere Bestimmung? Was hilft es, wenn wir genau wissen, wo wir hin sollen im Leben, aber da diese hohe, dicke, undurchdringbare Wand vor uns ist?

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Der angekettete Elefant

»Ich kann nicht«, sagte ich. »Ich kann es einfach nicht.«
»Bist du sicher?« fragte er mich.
»Ja, nichts täte ich lieber, als mich vor sie hinzustellen und ihr zu sagen, was ich fühle … Aber ich weiß, daß ich es nicht kann.«

Der Dicke setzte sich im Schneidersitz in einen dieser fürchterlichen blauen Polstersessel in seinem Sprechzimmer. Er lächelte, sah mir in die Augen, senkte die Stimme wie immer, wenn er wollte, daß man ihm aufmerksam zuhörte, und sagte:
»Komm, ich erzähl dir eine Geschichte.«
Und ohne ein Zeichen meiner Zustimmung abzuwarten, begann er zu erzählen.

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